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Dr. AE86

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Friday, May 21st 2010, 8:44am

TEST: Test Drive (Commodre Amiga OCS/ECS)

Drehen wir das Zeitrad der Computerspiele ein kleines bisschen zurück. ...weiter ... noch weiter ... noch ein kleinwenig ... Halt! Wir schreiben das Jahr 1987. Ich wurde gerade eingeschult, der Eiserne Vorhang unterteilte die Welt noch in Kapitalismus und Sozialismus, die Wunden der Engländer waren durch den Falklandkrieg noch nicht ganz verheilt und der Irak war noch geradeso unser Freund. Wir stöhnten am Liter Diesel für unter einer Mark (heute 50 Cent) und erfreuten uns an Serien, wie The A-Team, Wickie, Biene Maja, dem alterssenilen Anwalt Matlock, dem Tatort mit Schimanski und der propagandistisch heilen Welt der Schwarzwaldklinik. Der PC war noch lange nicht die vorherrschende Lebensform, sondern musste sich seinen Lebensraum mit vielen anderen teilen. Ja, damals war die Welt noch in Ordnung.
Genau in diesem Jahr erschien auch ein Game, das meine Blickweise auf Rennspiele nachhaltig beeinflussen sollte, ja mich sogar zu dem machte, was ich heute bin: ein Rennspielfanatiker.
Mein Onkel kaufte 1988 einen Amiga 2000+. Er rief mich an, um sein neues Gerät einzuweihen und fragte, ob ich Zeit hätte. Ich ließ sofort alles stehen und liegen, sogar die Hausaufgaben (ich erzählte meiner Mutter, dass wir nicht mehr auf hätten und radierte sogar die Einträge aus meinem Hausaufgabenheft) und rannte blitzartig zu meinem neuen Lieblingsverwandten.
Dort angekommen präsentierte er das neue Wundergerät. Da stand er: 2 MB Speicher, zwei Diskettenlaufwerke und eine interne Festplatte mit 40 MB. Ich gebe zu, dass ich Digitaluhren kenne, die mehr zu bieten haben, aber 1988 kauten viele PC-Besitzer noch an höchstens 640 kB Speicher herum und noch lange nicht jeder IBM hatte eine Festplatte.
Mein Onkel hatte diese Monstermaschine gerade frisch ausgepackt und fertig angeschlossen. Er hielt eine blaue 2MF-DD in der Hand und schob diese hinein. Er schaltete den Computer an und sofort griff der Amiga auf die Diskette zu. Ich war begeistert. Aber noch begeisterter sollte ich von dem präsentierten Spiel sein. Es handelte sich um Test Drive aus dem Hause Accolade. Schon im Intro bekommt man eine Originalaufnahme vom heiseren Fauchen eines luftgekühlten Boxer-Sechszylinders zu hören und allein das machte schon gewaltig Lust auf mehr.


Spielverlauf
Hier gibt es nicht viel zu sagen, außer, dass man auf Sportwagen namhafter Hersteller wählen kann. Zur Wahl stehen ein Ferrari Testarossa, Lamborghini Countach LP500, Porsche 911 Turbo, eine Corvette von Chevrolet und ein Lotus Esprit Turbo der Serie III. Klingt zwar nicht gerade viel, aber war es deutlich mehr, als alles, was andere zu bieten hatten. Gefahren wird auf öffentlichen Straßen, wobei man aufpassen muss, dass die Bullen, die einem bei Tempoverstößen verfolgen, nicht anhalten und einem einen Strafzettel aufs Auge drücken. Acht muss man auch auf andere Verkehrsteilnehmer geben, die deutlich langsamer unterwegs sind, als 200 km/h. Ausweichen ist oberstes Gebot. Leider sind auch auf der Gegenfahrbahn Leute unterwegs, die keinen Schimmer haben, dass ein hirnverbrannter Idiot unterwegs ist. Also, beim Überholen ist ebenso Vorsicht geboten, denn ein Zusammenstoß kostet ein Leben. Sind alle verbraucht, ist das Spiel zu Ende.


Steuerung
Gespielt wird über die obligatorischen, alten Ein- oder Zweitasten-Joysticks. Die Tastatur ist nicht zum Spielen gedacht und wird auch nicht unterstützt. Aber alles ist, wie gehabt: hoch beschleunigt, runter bremst, links und rechts sind für die Lenkung zuständig und wenn man beim Beschleunigen oder Bremsen den Feuerknopf drückt wird hoch- oder runtergeschaltet; Automatik gibt es nicht, wie bei den Vorbildern. Klingt zwar alles nach Standardschema, aber etwas anders ist die Steuerung trotzdem. Bringt man den Hebel, nach einer Lenkbewegung, wieder in die Mittelstellung, verharrt der Lenkwinkel, sodass wieder in die Gegenrichtung gesteuert werden muss, damit man wieder geradeaus fährt. Fast alles, wie in echt. Besonders schön ist auch, bei den Turbo-Wagen, die Implementierung der Turbolöcher. Beim Porsche und Lotus tut sich unterhalb von 3.000/min nicht viel. Erst dann baut der Lader blitzartig seinen Druck auf und der Wagen beschleunigt deutlich schneller.


Grafik
Wer jetzt Antialialising, Echtzeitspiegelungen, anisotropisches Filtern oder sonst einen neumodischen Schnickschnack erwartet, wird enttäuscht. Gute, alte Bitmap-Grafik musste damals reichen und sie reichte auch; und zwar dicke. Besonders schön sind die Armaturen anzusehen, hinter denen man sitzt, mit dem Drehzahlmesser und dem Tacho, die realistisch mitgehen. Es gibt sogar einen Rückspiegel, der einem das Geschehen von hinten wiedergibt. So lässt sich besser ausmachen, wie weit der Polyp hinter einem ist, und ab wann er als abgeschüttelt bezeichnet werden kann


Sound
Der Sound ist zwar nicht gerade die Welt, noch nicht einmal für Amiga-Verhältnisse, aber gut ist er allemal. Zwar kenne ich besseres auf diesem Gerät, aber das tut dem Spiel keinen sonderlichen Abbruch. Die Menümusik ist dafür ziemlich gut komponiert und sogar Kult. Nicht wenige erkennen die Melodien und können sie einwandfrei diesem Spiel zuordnen.


Fazit
Ein Klassiker, Kult, ein Phänomen. Dieses Spiel revolutionierte das Genre der Rennspiele nachhaltig. Mit seinen Polizeiverfolgungen kann Test Drive sogar als indirekter Vorfahre von Need for Speed gelten. Zwar war noch lange nicht alles perfekt, aber beinahe. Für nicht gerade wenige war es die Einstiegsdroge in die digitale Raserei. Wer schon immer mal einen richtigen Rennspiel-Klassiker Spielen wollte, sollte hier richtig liegen. Man sollte aber nie vergessen, dass Accolades Vorzeigerenner lange nicht mit heuten Maßstäben zu vergleichen ist, doch gab er eine Richtung vor, die nachhaltig sein sollte.


meine Wertung:
Pflicht


© 2010, by Doktor Hachi Rôku
Ab jetzt ist genug. Ich habe es leid! Da reißt man sich den Arsch auf und keine verdickte Sau kümmert's. Ich packe also meine Sachen und gehe.

Ich finde es zwar schade, doch ich ziehe die Reißleine. Es tut mir auch leid, für all diejenigen, die sich immer mühe gegeben haben und auch immer fleißig bei der Sache sind.

Ich wünsche Euch alles Gute für die Zukunft und möge es Euch weiterhin Freude bereiten. Ich habe allerdings genug.
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Spade102a

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Friday, May 21st 2010, 5:53pm

RE: TEST: Test Drive (Commodre Amiga OCS/ECS)

Quoted

Original von Dr. AE86
Ja, damals war die Welt noch in Ordnung.

LOL. Mein reden.

Quoted

Mein Onkel kaufte 1988 einen Amiga 2000+...2 MB Speicher, zwei Diskettenlaufwerke und eine interne Festplatte mit 40 MB

Und er muss ca. 1600-2000 DM dafür gelöhnt haben. Das war damals ganz und gar nicht normal und solche Leute wurden oft nur mit Kopfschütteln betrachtet. Immerhin konnte man sich für das Geld fast ein ganzes Haus kaufen :WTF: Na gut. Vielleicht doch nicht. :-D Zum Glück war mein Onkel genauso drauf. Jedoch hab ich erst ca. 4-5 Jahre später angefangen mich für PC´s zu interessieren. Denn 1988 war ich erst 3 Jahre alt ^^

Quoted

Ferrari Testarossa, Lamborghini Countach LP500, Porsche 911 Turbo, eine Corvette von Chevrolet und ein Lotus Esprit Turbo der Serie III


Das waren noch "Echte" Rennwagen. Gas und Bremse alles mechanisch mit zB. Seilzug geregelt. Keine Traktionskontrolle oder so´n schnick schnack.
Die Rennfahrer mussten noch wirklich fahren können. Nicht wie heute wo fast ein trainierter Affe ein Auto fahren kann. Ach ja. The god old days...

Quoted


Ein Klassiker, Kult, ein Phänomen. Dieses Spiel revolutionierte das Genre der Rennspiele nachhaltig


Hat er Recht. Auch das vor ein paar Jahren erschienene Test Drive Unlimited ist definitiv das anspielen wert. Das erste Rennspiel das "wirklich" mit Open World Gameplay Glänzen konnte. Auch das erwerben von neuen Fahrzeugen ist einzigartig. Man geht in ein schön designtes Autohaus, kann ganz in ruhe die dort erhältlichen Boliden betrachten und sich sogar für verschiedene Farben und andere Innenausstattung entscheiden. Ich empfehle zur PC Version, da diese noch einige extra Funktionen sowie mehr Fahrzeuge enthält. Auch wenn die Steuerung nicht sehr Simmulationslastig ist so macht es doch sehr viel Spaß im Königsegg mit 400kmh an der Küste entlang zu blasen.

Hierzu mein Fazit: Macht selbst Jahre später immer noch Spaß und sieht dabei noch gut aus. Für die paar € die es mittlerweile kostet eigentlich Pflicht für Rennspielliebhaber.


@Doktor: Hoffe ich hab jetzt nicht einem bald folgendem TEST von dir vorgegriffen.
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Dr. AE86

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Saturday, May 22nd 2010, 7:17pm

1.600-2.000,- DM? HA!! Ca. 2.500 bis 3.000 DM waren realistischer.

Schade, dass Du die große Zeit der PC-Konkurrenten nicht mehr bewusst miterlebt hast, war äußerst spannend. Jeder hatte so seinen eigenen Liebling.

Und keine Sorge, hast mir nicht vorgegriffen.
Ab jetzt ist genug. Ich habe es leid! Da reißt man sich den Arsch auf und keine verdickte Sau kümmert's. Ich packe also meine Sachen und gehe.

Ich finde es zwar schade, doch ich ziehe die Reißleine. Es tut mir auch leid, für all diejenigen, die sich immer mühe gegeben haben und auch immer fleißig bei der Sache sind.

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Monday, May 24th 2010, 11:58pm

LOL. Wollte erst 2000-3000 DM schreiben. Doch dann kam es mir etwas viel vor und ich bin runter gegangen...
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Tuesday, May 25th 2010, 7:59am

Hab' neulich wieder mit ihm telefoniert. Die Kiste hat ÜBER 3.000,- Steine gekostet.
Ab jetzt ist genug. Ich habe es leid! Da reißt man sich den Arsch auf und keine verdickte Sau kümmert's. Ich packe also meine Sachen und gehe.

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